Mindestlohn kein Problem: Zeiterfassung per App

6.06.2016
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Smartphones für Angestellte und mehr Mensch sein

Seit dem 1. Januar 2015 gilt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland. Von Vertretern der Wirtschaft von Verbände aber auch von der Politik wurde das Thema heiß diskutiert. Knapp 18 Monate nach der Einführung ist es ruhig darum geworden. „Erst ist man erschlagen worden, es gab Infos von allen Seiten und jetzt sind wir wieder allein mit dem Thema“, sagt Michael Metzger, Geschäftsführer des Lohnunternehmens Metzger aus Meßdorf. Was die Höhe des Mindestlohnes betrifft, hatte das Unternehmen keinerlei Probleme. Der Verdienst der derzeit 40 Mitarbeiter lag weit über den Mindestforderungen von 7,20 Euro pro Stunde, der seit dem 1. Januar in der Landwirtschaft im Osten gezahlt werden musste. Dieser Mindestbetrag stieg zum 1. Januar 2016 auf 7,90 Euro und wird bis November 2017 in zwei Stufen bis auf 9,10 Euro angehoben. Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn gilt ab dem 18. Geburtstag – oder vorher bei abgeschlossener Berufsausbildung.

Eine ganz andere Herausforderung besteht für das Unternehmen durch die ebenfalls im Mindestlohngesetz geforderte Dokumentation der Arbeitszeiten sowie deren Einhaltung. Neu ist die Forderung nicht, Mehrarbeit von acht Stunden musste schon zuvor von Arbeitgebern dokumentiert werden. Gelöst hat das Lohnunternehmen die Aufzeichnungspflicht mit Betriebshandys, die die Arbeitszeiten der Mitarbeiter mit der Nutzung spezieller Apps erfassen. „Jeder Mitarbeiter hat so gleich ein neues Smartphone bekommen“, sagt Lohnunternehmerchef Michael Metzger. Die Ausweitung der Arbeitszeit, die laut Gesetz 10 Stunden pro Tag nicht überschreiten darf, ist durch Sondergenehmigung seitens der Aufsichtsbehörde möglich und wird von Unternehmen auch genutzt. Der Einsatz von Erntehelfern ist jedoch viel schwieriger geworden. Während früher Stunden aufs Jahr verteilt werden konnten, dürfen Helfer auf Minijobbasis bei Zahlung des Mindestlohn kaum mehr als 45 Stunden für das Lohnunternehmen tätig werden. „Nach drei Tagen auf dem Feld muss ich sie teilweise wieder nach Hause schicken. Doch wir sehen es sportlich, Herausforderungen sind dazu da, um sie zu meistern“, sagt Metzger.

Seit September 2015 ist der junge Altmärker der Chef im Betrieb und hat damit auch neuen Wind in das Unternehmen gebracht. Um als Lohnunternehmen zukünftig bestehen zu können, sei es nicht nur wichtig große Maschinen und Technik vorzuhalten. „Das ist eine Grundvoraussetzung, unsere Mitarbeitern sind es letztendlich, die den Erfolg ausmachen“, sagt der Meßdorfer. So hat er damit begonnen, neue Strukturen einzuführen. So gibt es seit dieser Saison mindestens 3 Stammfahrer für die verschiedenen Dienstleistungsbereiche, Abteilungsleiter übernehmen Führungsaufgaben und auch der Einsatz an Wochenenden für den Einzelnen wird wenn möglich reduziert. „Wir sind zwar vom Wetter abhängig, aber wenn eine Arbeit auch Montag statt sonntags erledigt werden kann, dann versuchen wir da auch den Kunden mitzunehmen“, sagt der Metzger. Zudem versucht er immer ein offenes Ohr für seine Angestellten zu haben. So kann auch Zusammenhalt neu definiert werden.

Über das Lohnunternehmen Metzger:
Seit dem Jahr 1951 besteht das Lohnunternehmen Metzger. Damals gründete Friedrich Metzger sein Unternehmen in Schaffhausen (Baden-Württemberg). Im deutschen Süden ist die Firma immer noch aktiv, ihren Mittelpunkt hat sie seit 1991 jedoch im altmärkischen Meßdorf. Das Unternehmen zählt deutschlandweit zu den fünf größten Lohnunternehmen. Seit dem Jahr 1996 ist das Lohnunternehmen Metzger ein Ausbildungsbetrieb und bietet mit den Berufen Fachkraft für Agrarservice (3 Jahre) und Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik (3,5 Jahre) zwei sehr technische Berufe an. Als Dienstleister für die Landwirte in der Region weist das Familienunternehmen einen Maschinenpark mit über 100 Fahrzeugen und Einsatzgeräten. Über 40 Mitarbeiter sind derzeit in Lohn und Brot.

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