Lohnunternehmen Metzger investiert in Weltneuheit

4.03.2016
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Mit neuem Güllegespann über altmärkische Äcker / Geplante Düngemittelverordnung sorgt für Unsicherheit in der Landwirtschaft

Wenn es um neue Technik in der Landwirtschaft geht, dann gehört das Lohnunternehmen Metzger aus Meßdorf in der Altmark zu den Vorreitern der Branche. Vor wenigen Tagen lud der Landwirtschaftsspezialist deshalb Kunden auf den Betriebshof ein, um Ihnen den neuesten Zugang im über 100 Maschinen starken Fuhrpark zu präsentieren: Ein Güllefass mit 35.000 Liter Fassungsvermögen mit zugehörigem 36 Meter breiten Schleppschlauchgestänge. Gezogen wird das Gespann von einem 400 PS starken Schlepper.

„Das ist eine absolute Neuheit”, sagte Dirk Fiswick vom Hersteller Vogelsang. Zwar gibt es schon seit einigen Monaten ein Schleppschlauchgestänge mit diesen Ausmaßen. Eine einzelne Schlauchabschaltung aus dem Fahrzeug heraus ist jedoch ein Novum auf dem deutschen Markt.

„Eigentlich wollten wir noch einen Schritt weiter gehen und eine automatische Gülleregulierung anhand von GPS-Daten nutzen, aber soweit ist die Entwicklung noch nicht”, sagte Michael Metzger, Geschäftsführer des Lohnternehmens. Das wäre dann der nächste Schritt. Seit September 2015 ist der 33-Jährige der neue Chef des Traditionsunternehmens, das vor 25 Jahren von seinem Vater Hardy Metzger gegründet wurde.

Seit seinem Amtsantritt hat sich einiges getan im Unternehmen. Die Mannschaft wurde verstärkt, Aufgaben wurden teilweise neu verteilt und auch neue Technik wurde angeschafft. Einen ersten Einblick in die neuen Strukturen gab der junge Unternehmer seinen Gästen am Präsentationstag. So gibt es für das Güllegespann gleich drei Stammfahrer, um so den Einsatz flexibel gestalten zu können. Stefan Wolff, Eberhard Olms und Björn Schwarma sind auch die Teamleiter im Unternehmen und übernehmen damit zukünftig auch Führungsaufgaben.

Das neue Güllegespann ist nur ein Teil neuer Investitionen. So wurde ein gutes Dutzend Schlepper sowie einige Häcksler gekauft. Das sind Investitionen in die Zukunft des Unternehmens, das mit knapp 50 Mitarbeitern immer noch zu den größten Lohnunternehmens Deutschlands gehört. Mit der neuen Ausbringungstechnik für die Gülle, zollt der Dienstleister auch der aktuellen Gesetzeslage Tribut. So ist schon seit einigen Monaten das Verteilen von Gülle in Bodennähe erlaubt. So genannte Teller, die in der Vergangenheit für den landüblichen Geruch gesorgt haben, sind somit vom Tisch. Doch auch die zulässige Güllemenge pro Hektar soll geringer werden.

Absolute Zahlen gibt es jedoch dazu noch nicht, da die Menge letztlich auch an den erlaubten Grenzwerten für Stickstoff, Phosphor und Kali bestimmt wird. „Ein weiterer Faktor für die Güllemenge ist die Restkonzentration dieser Stoffe im Boden. Deshalb werden vor dem Gülleeinsatz Proben genommen”, sagt Technikexperte Dirk Fiswick. Das zeigt einmal mehr, dass die Landwirtschaft immer technisierter wird. Eine vollautomatische Konzentrationsmessung im Boden und die gleichzeitige Anpassung der Güllemengen ist zwar noch Zukunftsmusik, aber eine Vision auf die Hersteller wie Vogelsang hinarbeiten. Wichtiger Partner für Dienstleister wie das Lohnunternehmen Metzger ist der Techniklieferant Agravis, der mit Standorten in Stendal und Winterfeld gleich im Doppelpack in der Nähe des Unternehmens arbeitet.

Die Hauptausbringungszeit für Gülle ist normalerweise von Februar bis November. Der aktuelle Entwurf der Gülleverordnung sieht laut Fiswick jedoch eine Verkürzung dieser Periode bis August vor. In den Augen von Landwirten und dem altmärkischen Lohnunternehmen gerät die Branche damit noch mehr unter Druck. Zudem müssten Bauern und auch sein Unternehmen in kürzester Zeit noch mehr leisten. Pro Jahr bringt Metzger für seine Kunden im Schnitt 300.000 Kubikmeter Gülle und Gärreste auf die Felder. „Wir hoffen dass es in diesem Punkt bald Klarheit gibt”, sagt Michael Metzger. Immerhin müsse er als Unternehmen auch längerfristig planen, um seinen Kunden und deren Projekten gerecht zu werden.

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