Große Schlepper und Häcksler statt bunte Fingernägel

10.04.2015
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Große Maschinen, moderne Technik und hunderte Pferdestärken unter der Haube, das ist nicht nur etwas für Männer, sondern auch für manche Frauen faszinierend. „Andere lackieren sich die Fingernägel, ich bin mit Leib und Seele in der Landwirtschaft”, sagt Ulrike Peters (20) aus Neuferchau. Die 20-Jährige ist ausgebildete Landwirtin und hat gerade ihr vierwöchiges Praktikum beim Lohnunternehmen Metzger in Meßdorf beendet. Am liebsten würde sie noch bleiben, aber das nächste Semester an der Hochschule in Bernburg in der Fachrichtung Landwirtschaft steht vor der Tür.

Die Arbeit in der Männerwelt liegt ihr und sie hat auch keine Schwierigkeiten sich durchzusetzen. “Ich habe ein lockeres Mundwerk, aber das braucht man auch”, sagt die junge Frau. Sie hat auch kein Problem sich die Hände schmutzig zu machen und packt auch mal im Kuhstall mit an, aber am liebsten bewegt sie die großen landwirtschaftlichen Maschinen. Während der vier Wochen im Unternehmen durfte sie einen Fendt 922 steuern. Der Schlepper hat 220 PS unter der Haube und wurde von ihr zum Ausbringen von Gülle genutzt. Diese Dienstleistung gehört zu den vier wichtigsten Geschäftsfeldern des altmärkischen Unternehmens.

Für die junge Frau ist es schon das zweite Praktikum. So nutzte sie im vergangenen Sommer die Zeit vor dem Studium, um dem Metzgerteam beim Häckseln zu helfen. Wenn Sie nicht gerade auf den großen Erntemaschinen sitzt, deren Räder allein schon größer sind als die Studentin, fährt sie mit ihrem Polo durch die Welt. Sie besucht Festivals, oder genießt die Zeit zu Haus.

Für Michael Metzger, Personalchef im altmärkischen Lohnunternehmen, ist eine Frau in den Reihen der Technikbediener eine willkommene Abwechslung und trage auch zu einem besseren Betriebsklima bei. Sonst sind weibliche Angestellte nur in der Verwaltung des Unternehmens zu finden. Ihre Zukunft sieht Ulrike auch in der Landwirtschaft, vor allem am Steuer der großen technischen Helfer. Doch bis sie das den ganzen Tag machen darf, stehen ihr noch zwei Jahre Studium bevor. Aber das muss sie nicht allein durchstehen. In ihrem Semester sind immerhin zwei Frauen eingeschrieben.

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