Frauenpower auf großen Maschinen beim Lohnunternehmen Metzger

2.05.2016
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Schlepper und Agrotruck statt Beautysalon

 

„Man braucht schon eine große Klappe, um unter den Männern zu bestehen”, sagt Ulrike Peters. Seit Februar tauscht die 21-Jährige jeden Morgen ihren Kleinwagen gegen einen klimatisierten Arbeitsplatz mit Ausblick ein. Sie sitzt nicht etwa im Büro, sondern bewegt als einzige Maschinenführerin im Lohnunternehmen Metzger in Meßdorf tonnenschwere Schlepper und Agrotrucks über Feld und Flur.

„Andere lackieren sich die Fingernägel, ich bin mit Leib und Seele in der Landwirtschaft”, sagt die junge Frau aus Neuferchau. Ihre erste Begegnungen mit den großen Maschinen hatte sie schon in ihrer Kindheit. Mit 7 oder 8 Jahren saß sie das erste Mal auf einem Traktor. Das erste Mal fahren durfte sie jedoch vor sechs Jahren bei einem Praktikum. „Da haben wir neue Weidezäune zurückgebaut“, erinnert sich Ulrike Peters. Nach diesem ersten Praktikum in einem landwirtschaftlichen Betrieb hat sie ihre Ausbildung zur Landwirtin absolviert und kam auch dabei nicht an den Landwirtschaftsmaschinen vorbei. Dass es jedoch noch viel mehr als nur Traktoren gibt, hat sie vor einem Jahr bei ihrem ersten Praktikum im Lohnunternehmen Metzger festgestellt. Seither hat sie der Gedanke an die großen Maschinen nicht mehr losgelassen.

Aus der Praktikantin und Aushilfe ist nun eine des angestellte Maschinenführerin geworden. Mit bis zu 32 Sachen fährt sie mit den großen Schleppern übers Feld und kann davon nicht genug bekommen. Im Gegenteil. Nach Agrotruck und 400-PS-Schlepper strebt sie schon nach neuen Herausforderungen und liebäugelt damit, bald hinter dem Steuer eines Häckslers oder gar eines Mähdreschers zu sitzen. „Vielleicht bekomme ich in dieser Saison die Chance als Aushilfsfahrer und kann zumindest bei kleineren Kunden die Ernte einfahren“, sagt die 21-Jährige. Im Metzger-Team hat zwar jeder seine Stammaufgabe, doch Flexibilität wird auch hier groß geschrieben.

Für Geschäftsführer Michael Metzger ist die junge Frau ein echter Gewinn und spürt ihre Begeisterung für den Job: „Sie steht unseren Jungs und Männern in nichts nach und kommt jeden Tag mit einem Strahlen zur Arbeit.“ Wenn sich die junge Frau weiter bewährt sieht er auch keine Schwierigkeiten, dass sie irgendwann auch größere Maschinen bedienen kann. Um einen Schlepper oder auch den auf 60 km/h gedrosselten Agrotruck steuern zu dürfen, genügt übrigens ein T-Schein. Auch selbstfahrende Arbeitsmaschinen wie Mähdrescher, Häcksler oder selbstfahrende Futtermischwagen können damit bis zu einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h gefahren werden.

Wer sich wie Ulrike Peters für große Maschinen interessiert, und schon immer in der Landwirtschaft arbeiten wollte, kann sich schon jetzt als Azubi im Unternehmen bewerben. Für das Jahr 2017 sucht das Lohnunternehmen wieder motivierte junge Leute. Aber auch Landmaschinen-und LKW-Fahrer/innen können sich ab sofort online unter www.karriere-landwirtschaft.de bewerben.

Über das Lohnunternehmen Metzger:
Seit dem Jahr 1951 besteht das Lohnunternehmen Metzger. Damals gründete Friedrich Metzger sein Unternehmen in Schaffhausen (Baden-Württemberg). Im deutschen Süden ist die Firma immer noch aktiv, ihren Mittelpunkt hat sie seit 1991 jedoch im altmärkischen Meßdorf. Das Unternehmen zählt deutschlandweit zu den fünf größten Lohnunternehmen. Seit dem Jahr 1996 ist das Lohnunternehmen Metzger ein Ausbildungsbetrieb und bietet mit den Berufen Fachkraft für Agrarservice (3 Jahre) und Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik (3,5 Jahre) zwei sehr technische Berufe an. Als Dienstleister für die Landwirte in der Region weist das Familienunternehmen einen Maschinenpark mit über 100 Fahrzeugen und Einsatzgeräten. 50 Mitarbeiter sind derzeit in Lohn und Brot.

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