Angehende Landwirte aus der Schweiz auf Stippvisite in der Altmark

20.03.2015
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Praktikanten aus Spanien, Helfer aus der Schweiz und Mitarbeiter aus England. Das Lohnunternehmen Metzger geht mit offene Augen und Armen durch die Welt und lebt damit auch ein Stück Internationalität. Mehrmals im Jahr bekommt das Unternehmen auch Besuch von angehenden Landwirten. Zuletzt waren angehende Landwirte aus der Schweiz beim fünftgrößten Lohnunternehmen Deutschlands in Meßdorf zu Gast. „Soviel moderne Technik zum Anfassen und vor allem in dieser Vielfalt bekommen wir sonst nur selten zu Gesicht”, sagte Fachschullehrer Christoph Thalmann vom Ausbildungs- und Versuchsbetrieb “Strickhof” in Lindau (Schweiz). Seit über 20 Jahren besteht zwischen dem Schweizer Landwirtschaftszentrum und der Fachschule Haldensleben eine Partnerschaft, die durch gegenseitige regelmäßige Besuche gepflegt wird. Dabei steht das Lohnunternehmen Metzger immer ganz oben auf der Besuchsliste.

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Das altmärkische Unternehmen hat mit etwa 100 Maschinen nicht gerade einen kleinen Maschinenpark und sucht damit in der Schweiz wahrscheinlich seinesgleichen. Bis zu zwei Millionen Euro investiert der Familienbetrieb jedes Jahr in die Technik, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Acht Häcksler, Elf Mähdrescher und ein gutes Dutzend Schlepper sind im Sommer nahezu im Dauereinsatz, wenn für einen Kunden bis zu 1.000 Hektar Ackerfläche bewirtschaftet wird. Im Alpenland liegen die Flächengrößen bei nur durchschnittlich fünf bis zehn Hektar pro Landwirt. „Auch wenn es bei uns kleinere Flächen gibt, die Anforderungen an Mensch und Technik sind ähnlich”, sagt Fachschullehrer Thalmann.

Maschinen sind durstig

 Für Jessica Gühne, Lehrerin im Bereich Landtechnik der Fachschule Haldensleben, ist es immer wieder interessant, Neuigkeiten aus dem Lohnunternehmen zu erfahren und am Informationsaustausch zwischen der Schweiz und Deutschland teilzuhaben. Erstaunlich fand sie die Entwicklung des Dienstleistungsbereiches Maishäckseln. Während vor zehn Jahren nur 500 Hektar Mais für Biogasanlagen gehäckselt wurden, waren es im vergangenen Jahr bereits 12.000 Hektar. Mit 27 Prozent ist dieser Bereich auch der größte Umsatzbringer. Überrascht waren die Zuhörer auch über die Kostenstruktur. So gibt das Unternehmen etwa 20 Prozent für Personal, 20 Prozent für Reparaturen und 20 Prozent für Kraftstoff aus. „Pro Jahr verbraucht unser Maschinenpark etwa 800.000 Liter Diesel”, sagte Personalchef Michael Metzger.IMG_5028

In seiner Vorstellung des Unternehmens nicht nur über blanke Zahlen, sondern stellt auch einige Innovationen vor. So wurde beispielsweise vor zwei Jahren ein Pistenbully kurzzeitig in den Dienst gestellt. Anstatt alpine Schneeflächen zu planieren, verdichtete das Fahrzeug den frisch gehäckselten Mais in großen Silos. Außerdem testete das Unternehmen ein Gülleverschlauchungssystem. Dabei befindet sich der Gülletank nicht auf dem Verteilungsfahrzeug, sondern steht am Feldrand und ist mit der Maschine via Schlauch verbunden. Was theoretisch funktionieren müsste, warf in der Praxis jedoch neue Probleme auf. Gute Erfahrungen hat das Unternehmen in der vergangenen Saison jedoch mit einer sogenannten Maismaus gemacht. Der von Schleppern aufgefangene Mais wird am Feldrand abgekippt und über die Maus mittels Förderband auf LKW transportiert. “Die Anlagen sind bis zu 30 Kilometer weg, deshalb haben wir uns etwas Neues einfallen lassen, das bisher sehr gut funktioniert”, sagte Michael Metzger.

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